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Sachbücher
von sehpferd am 26.06.09

© garryknight
Wir Internet-Schreiberlinge schreiben ja sowieso nicht, sondern wir "fügen Texte hinzu". Immer auf den großen Haufen - Texte, die man vielleicht schon ein halbes Dutzend Mal ähnlich im Internet gesehen hat. Texte, die literarisch bewusst verflacht wurden, damit sie von Suchmaschinen besser gefunden werden können. Texte, die überhaupt nur existieren, weil das Internet eben auch dem minder begabten Autor ein Forum bietet.
Ja - und das schreibt da ein Mensch noch mit einer alten, klapprigen Schreibmaschine und verkauft seine Texte auf der Straße. Interessant fand ich vor allem die Begründung:
"Ich habe es am Computer versucht, aber das war nicht sehr erfolgreich. Am Rechner sind mir die Worte immer ausgetrocknet. Auf dem Papier kleben sie besser".
Der junge Straßendichter verdient sogar recht gut mit seiner Tätigkeit: Vier bis sechs Gedichte pro Stunde sind eine reife Leistung - selbst dann, wenn sie nicht viel aussagen. "10 bis 15 Dollar" würde er damit pro Stunde verdienen, sagte der Autor Benyomin Spaner der Presse.
Lebende Worte, klebende Worte - auch sie verfallen vielleicht irgendwie, wandern in einen Papierkorb der U-Bahn, werden von Mädchen zerrissen, die sie als Geschenk bekommen - wer weiß es schon. Aber auf der anderen Seite - was passiert eigentlich mit dem, was wie Stunde um Stunde ins Internet Hacken? Und wer als Schriftsteller heute 10 Dollar oder Euro verdient - ja, der gehört schon zu den besseren Verdienern der Schreibergilde.
Permalink: Worte leben, wo Worte kleben
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Wong
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