
Much Ado about Nothing – viel Lärm um nichts. So heißt eine Komödie von William Shakespeare doch könnte es sich hier auch um die Überschrift zur momentanen Diskussion über die Veröffentlichung von Wikipedia in einer Printausgabe handeln. Die FAZ hatte die Debatte aufgegriffen und liefert eine interessante Zusammenstellung der Pro- und Contra-Argumente.
Offen gestanden, kann ich das Ganze nur bedingt verstehen: Natürlich handelt es sich bei Wikipedia zunächst einmal um ein kostenloses Projekt. Das wird im Internet auch so bleiben, noch dazu inklusive der attraktiven Hypertextualität, die ein lineares Buch nicht zu bieten vermag. Sätze wie Das Internet wird vergewaltigt. sind in diesem Kontext völliger Unsinn, denn nur, weil jemand den (vermutlich kläglichen) Versuch unternimmt, die Inhalte Wikiopedia zu Papier zu bringen, leidet nicht gleich das Internet darunter.
Und als Print-Lexikon wird Wikipedia nach meiner Einschätzung nicht so recht taugen. Erstens: weil die Aktualität im Online-Bereich stets größer ist. Zweitens: die bereits erwähnte Hypertextualität, die es nur im Internet gibt und Drittens: die unterschiedliche Qualität der Artikel, die meist von Laien stammt.
Was soll also diese Diskussion? Wer ein gutes Print-Lexikon braucht, wird sowieso brockhaus und Co. nutzen. Und wer das Internet nutzt, wird Wikipedia-Print sowieso nicht für voll nehmen.
So wird das Buch vermutlich trotz der kostenlosen PR durch die zahlreichen Debatten ein Ladenhüter, den wir schon bald für 5,00 Euro anstelle der anfänglichen 19,90 Euro auf den Ramschtischen finden werden.
Wetten dass!