Wie Frauen lieben und morden

Wie Frauen lieben und morden

Manchmal schafft es das Fernsehen, mich einmal einen genaueren Blick auf ein Buch werfen zu lassen. Ich will den Hergang gar nicht verhehlen: Gestern Abend sah ich den Film "Der sterbende Dandy" (ZDF, aus der Reihe "Der Kommissar und das Meer"). "Wer hat das Drehbuch geschrieben?" wollte ich sofort wissen, denn einige der Aussagen klangen mir so, als seien sie von einer Frau geschrieben. Das ist nun zwar der Fall, denn Henriette Piper schrieb das Drehbuch, aber dann fand ich, dass es eine Romanvorlage gab: nämlich "Im Dunkel der Tod" ("Den döende dandyn") von Mari Jungstedt.

Nun kann man natürlich fragen: "Was ist an einem Krimi denn nun Literatur"? Aber Mari Jungstedt schafft es, die schwedische Alltagswirklichkeit, die keinesfalls so bilderbuchhaft ist, wie sie in deutschen Fantasien herumgeistert, mit der Fiktion des Kriminalromans zu verbinden. So sind denn die weiblichen Charaktere keinesfalls überrascht von den Einbrüchen in die schwedische Gutmenschenmoral, sondern sie sind amüsiert: die Witwe, die Ex-Geliebte und der trauernde Liebhaber desselben Mannes am Grab – oh, welch ein Bild.

Mari Jungstedt hatte für den Fall einer Veröffentlichung ihres Erstlingswerks "Den du nicht siehst" das Versprechen gegeben "nackt um den Altasee zu laufen" – das hat sie noch nicht getan, aber es zeigt, dass sie eigentlich kaum mit einer Veröffentlichung gerechnet hatte. Mittlerweile hat sie übrigens schon vier Kriminalromane geschrieben, die alle auch in deutscher Sprache vorliegen. Worum es geht? Um die Eigenarten von Männern und Frauen, um die Liebe und die Eifersucht, um Ängste und Lüste, um die schwedische Gesellschaft – und natürlich: um Mord.


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