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abgelegt im Archiv Dies & das am 30.09.08

© functoruser
... bleibt der Brockhaus, wurde im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse bekannt.
Hatte man im Februar 2008 noch angekündigt, dass ab 15. April die Brockhaus-Enzyklopädie kostenlos online verfügbar sein solle, wurde dieser Termin jetzt sogar auf "unbestimmte Zeit" verschoben. Geplant war ein werbefinanziertes Angebot, mit mehr als 300.000 Themen, das zudem auch tagesaktuelle Ereignisse berücksichtigen sollte.
Erfolgreich in die andere Richtung durchgestartet ist Wikipedia. Im April angekündigt, ist nun Mitte September das 1000 Seiten starke, gedruckte "Wikipedia Lexikon in einem Band" bei Bertelsmann erschienen, das mit rund 50.000 Stichwörtern aufwartet. (Zum Vergleich: Online sind in der deutschsprachigen Ausgabe rund 800.000 Artikel erfasst.)
"Das Lexikon spiegelt die Nachschlageinteressen der Wikipedia-User in 2007/2008 wider und versteht sich daher als aktuelles 'lexikalisches Jahrbuch'. Es beinhaltet viele Stichwörter und Informationen, die klassische Lexika üblicherweise nicht verzeichnen, obwohl sie überdurchschnittlich oft nachgeschlagen werden", beschreibt Dr. Beate Varnhorn, Geschäftsleitung Verlag, die maßgeblichen Unterschiede zu herkömmlichen einbändigen Lexika." Quelle: callmagazin
Im Unterschied zu der Online-Version wurden in der gedruckten Ausgabe pro Stichwort meist nur die einleitenden Sätze, die von rund 90.000 Autoren stammen, übernommen. Für Wikipedia ist dies der zweite Anlauf, das gesammelte Wissen zwischen zwei Buchdeckel zu bringen:
"Im Jahr 2006 war eine auf 100 Bände angelegte gedruckte Version der Wikipedia vom Berliner Verlag Zenodot bereits nach wenigen Bänden eingestellt worden."Quelle: monstersandcritics, s. zu den Gründen für das Projekt-Aus auch onlinekosten.de
Maik Söhler von der netzzeitung hat intensiv im neuen Wikipedia-Lexikon geblättert und stellt fest:
"Alles, was wir User an der Wikipedia lieb gewonnen haben - Weiterleitung via Link, den Eintrag anhand der angegebenen Quellen und Links überprüfen und gegebenenfalls auch die Streitpunkte der Autoren im Edit-Wiki nachvollziehen zu können -, funktioniert offline nicht. Aus dem soliden, weil stets im Fortentwicklungsprozess befindlichen Halb- und Dreiviertelwissen der Online-Welt werden im Buch gestanzte Fakten, unverrückbare, nicht mehr modifizierbare Offline-Einträge, Lexikonwissen halt."
[...]
"Aber seien wir nicht ungerecht. Den Ansprüchen, die man online an die Wikipedia stellt, muss sie offline nicht genügen. Umgekehrt erwartet ja auch keiner den perfekten Webauftritt der diversen Brockhaus-Lexika. Ein normales Lexikon aus diesem Hause endlich im Netz finden und benutzen zu können, würde ja schon reichen. Mal sehen, ob es online ist bevor das nächste Wikipedia-Lexikon offline geht."
Schade, dass Brockhaus mit seinem kostenfreien Online-Angebot nicht so recht vorwärts kommt. Es muss auch gar nicht mit virtueller Goldkante und Lesebändchen sein, so wie die kräftezehrenden blauen Einzelbände aus dem elterlichen Bücherregal. Aber so wie ich sind vermutlich viele auf die EINZIGE, die ABSOLUT verlässliche Qualitäts-Wissensware Brockhaus geeicht worden und würden nur zu gerne dieses Online-Angebot endlich nutzen.

© functoruser
Permalink: Weiterhin Offline
Tags: Lexikon Nachschlagewerk Brockhaus Wikipedia
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