
Liebe Freundinnen und Freunde des Schreibens und Lesens,
Wenn ich die Gabe hätte, etwas zu schreiben, dass euch allen nur Freude bereitet, ich würde es so gerne tun. Doch des einen Eule ist des anderen Nachtigall, wie man in meiner Heimat sagt, und das Weihnachtsfest ist nicht für jeden von euch das Christfest. Was für die einen die Geburt des Religionsstifters Jesus von Nazaret, ist für den anderen das Licht, das nun wieder aus der Finsternis erstrahlt, und für den Dritten ist es Chanukka, in dem die Welt im Licht des geweihten Ã-ls erstrahlt.
Was es auch ist – es ist die Zeit des Hoffens auf eine neue, eine gute, vielleicht gar eine bessere Zeit.
Autoren dürfen wir ruhig zu den Armen in Deutschland zählen – sie verdienen unter dem Strich so viel wie der Staat für einen Hartz-IV-Empfänger aufwendet. Leider gibt es immer wieder Verleger, die den Wunsch der Autoren ausnutzen, veröffentlicht zu werden, schamlos ausnutzen. Erst kürzlich sagte mir einer dieser modernen Glücksritter, an eine Bezahlung sei "vorläufig gar nicht zu denken".
Hoffen wir also auch, dass für uns einmal wieder besser Tage kommen und unsere Arbeit auch finanziell gewürdigt wird – schließlich wollen die Menschen fröhliche, optimistische Artikel, Essays und Bücher lesen – und die kann man nur schreiben, wenn man selber erfüllt von der Freude am Schreiben ist.
Dennoch appelliere ich an euch Autoren draußen: Schaut nicht zurück, wenn das, was ihr dort seht, dunkel und grauselig ist wie im Mauseloch. Seht nach vorne, von dort kommt das Licht.
Gleich, wo ihr seid und was ihr feiert: Zum bevorstehenden Weihnachtsfest, zum Lichterfest, oder zum Chanukka wünsche ich von Herzen Friede, Freude und Lust am Leben – und Kraft, Gesundheit, Umsicht und etwas Glück, um all dies zu erreichen.
Grüße aus Budapest
sehpferd