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Von Fischen und gläsernen Decken

abgelegt im Archiv Romane , Sachbücher , Sachbücher am 11.06.08

Von Fischen und gläsernen Decken
Spätestens seit der Spiegel-Titelgeschichte aus dem Jahr 2007
ist die Existenz der Alpha-Mädchen eine öffentlich verbriefte Sache. Oder anders ausgedrückt: Es gibt eine ganze Menge sehr gut ausgebildeter Frauen. Doch je weiter hinauf man die Hierarchieebenen in der Berufswelt einer Inspektion unterzieht, umso weniger Frauen begegnet man in Top-Positionen.

Marion Knaths, selbst einst Managerin in einem großen Hamburger Konzern, zeigt in ihrem Buch "Spiele mit der Macht" typische fallstricke für Frauen in der Jobwelt auf - und wie sie sich mit der richten Art zu kommunizieren geschickt umgehen lassen.



Wissen Sie, woher der Begriff der "gläsernen Decke" stammt? Ein Experiment mit Fischen war hier namensgebend. Die Versuchsanordnung: Ein Aquarium mit Fischen, darauf eine Glasplatte und auf dieser sichtbar platziert, jedoch für die Tiere unerreichbar, das Futter. Als man nach einiger Zeit die Glasplatte wieder entfernte, zeigte sich, dass keiner der Fische mehr versuchte über die Grenze der nun fehlenden, gläsernen Barriere hinaus zu schwimmen.

Marion Knaths verspricht mit ihrem Buch spielerisch Wege zu eröffnen, wie diese "gläserne Decke" durchstoßen werden kann. Ihr Mittel zum Ziel: Kommunikation in Zusammenhang mit Macht. Denn dieser Bereich der Kommunikation entscheide darüber, wie schnell Frauen von anderen respektiert werden, ob die eigenen Ideen Gehör finden, nicht immer nur die Looser-Jobs auf dem Schreibtisch landen und auch das monatliche Gehalt dem entspricht, was frau wirklich verdient.

Die Autorin zeigt anschaulich auf, wie die Spielregeln innerhalb von Organisationen funktionieren - und liefert Kapitel für Kapitel die passende Spielanleitung gleich mit dazu. Zum Beispiel die, warum es nicht gelungen ist, in einem Meeting mit einem wirklich guten Vorschlag Gehör zu finden. Dass die eigene Idee tatsächlich eine gute war, zeigte sich nämlich wenig später daran, dass ein anderer sie eingebracht und begeisterte Zustimmung geerntet hat. Kommt Ihnen das eventuell bekannt vor? Dann haben Sie unter Umständen nicht die Spielregel "Rangordnung vor Inhalt" beachtet. Denn zuerst muss die bunt zusammengewürfelte Gruppe in einem Meeting ihre Hierarchie auskämpfen. Ein guter Vorschlag stößt in dieser ersten Phase erst einmal auf taube Ohren, da es hier zunächst nur um den Austausch von Scheininhalten geht. Das dauert so lange, bis jeder seinen Platz in der Rangordnung zugewiesen bekommen hat. Erst danach ist es ratsam, den Vorschlag zu präsentieren. Wobei es sich auch dabei lohnt, die nächste, sehr spezielle Spielregel zu kennen...

Dies ist nur ein Beispiel aus den insgesamt 30 Buchkapiteln, die erfreulich wenig redundant, sondern vielmehr intelligent und konzentriert auf den Punkt konzipiert sind. Das Buch liest sich leicht und amüsant und schafft so die notwendige Distanz zu mancher im Berufsalltag als nervig bis ausweglos empfundenen Situation, zu der bisher ohne Erfolg nach Lösungsmöglichkeiten gefahndet wurde.

Marion Knaths: Spiele mit der Macht. Wie Frauen sich durchsetzen, Hoffmann und Campe, 2007.

Permalink: Von Fischen und gläsernen Decken

Tags: Autor  Spiele  mit  der  Macht  Marion  Knaths  Kommunikation  Berufsalltag  Frauen 

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