Sind Einkaufszettel Literatur?

Sind Einkaufszettel Literatur?
© stan

Huch! Es ist schon faszinierend, welche Fragestellungen sich hier und da ergeben. In der Rotenburger Rundschau habe ich einen Artikel entdeckt, der sich der Frage widmet, inwieweit Einkaufszettel Literatur sind. So heißt es:

Wer schenkt den kleinen Notizen, die – nachdem sie ihren Zweck erfüllt haben – achtlos weggeworfen werden, weitere Beachtung? Der Bremer Künstler Joachim "Bommel" fischer tut es. Denn: Für ihn sind sie die Literatur des Alltags – ein kleines Stück Kunst, das Interessierten nun in der Rotenburger Stadtbibliothek näher gebracht wird.

Offen gestanden: Ich halte die Frage an sich für unsinnig. Denn was macht es im Zweifel für einen Unterschied, ob nun die lexikalische oder kanonische Definition von Literatur erfüllt wird oder nicht. Es ist sicherlich so oder so spannend, den Gedanken angesichts hastig hingekritzelter Waren freien Lauf zu lassen und sich auszumalen, wer, wann, wo und was eingekauft hat:

Beispielsweise mit dem kleinen gelben Vermerk, auf dem schlicht das Wort "Blumen" zu lesen ist. Wer hat den verfasst? Ein Ehemann, der versuchen wollte, per Blütenpracht den Haussegen wieder gerade zu rücken? Oder waren die Blumen für ein Geburtstagskind gedacht? Jedem Betrachter drängt sich vielleicht eine andere Story auf.

Okay: Die große Kunst ist das vermutlich nicht. Aber die Idee ist doch ganz originell ….


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