Peter Handke setzt Kontroverse fort

Peter Handke setzt Kontroverse fort
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"Die Presse" zitiert in ihrer Print-Ausgabe vom 29. Mai aus einem Beitrag des Rheinischen Merkur, verfasst vom österreichischen Autor Peter Handke:

Der Tag des Kriegsbeginns gegen das frühere Jugoslawien soll nach Ansicht des Dichters Peter Handke zum "Tag der europäischen Schande" erklärt werden. "Der 24. März 1999, an dem der rechtsbrecherische Bombenkrieg der Nato gegen Jugoslawien begann, wird für die Rechtdenkenden … für alle Zeit das Datum bleiben, welches den Rückfall bedeutet in die deutsche Erbsünde, zwar unter anderen Vorzeichen als im Nationalsozialismus, aber genauso höllisch", schrieb der Autor in einem Beitrag der Wochenzeitung "Rheinischer Merkur".

Vor 2 Jahren sollte dem Schriftsteller Peter Handke für sein künstlerisches Werk der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Preis verliehen werden. Die Jury verkündete ihr Votum – und erntete einen Sturm der Entrüstung. Der Grund: Seit den 90er Jahren hatte Handke sich mehrfach öffentlich zu Wort gemeldet und die Balkan-Politik der westlichen Staaten kritisiert u.a. auch in seiner Reportage "Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien" (1996). Beim begräbnis des Ex-Diktators Milosevic hielt er im März 2006 eine Trauerrede. Dies machte ihn für viele Kritiker endgültig "preisunwürdig" und löste eine heftige Diskussion aus, die sich quer durch alle deutschsprachigen wie auch französischen Feuilletons zog. An der Pariser Comédie Francaise war, als Reaktion auf Handkes Ansprache beim Begräbnis, ein für die kommende Saison geplantes Stück des Autors vom Spielplan genommen worden. Handke verzichtete im Juni 2006 schließlich auf die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung der Stadt Düsseldorf. 2007 wurde ihm, auf Initiative von Claus Peymann, Intendant des Berliner Ensembles, der alternative Berliner Heinrich-Heine-Preis verliehen. Das Preisgeld stiftete Peter Handke Velika Hoca, einer 100 Einwohner zählenden serbischen Enklave im Kosovo.


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