Nachdrückliche Wiederbelebung einer Kindheitsinstitution

Nachdrückliche Wiederbelebung einer Kindheitsinstitution
© kokopinto

… das ist für mich das Weblog Büchertage. Claudia Elsner-Overberg von der Stadtbibliothek Solingen gibt hier ungemein alltäglich-lesenswerte Einblicke in das "Leben einer Bibliotheksdirektorin".
Und das hat so gar nichts mit meinen vergilbten Eindrücken von "ganz früher" zu tun. Denn dort war die just mit meinen ersten Lesekünsten eröffnete Stadtbücherei ein neonbeleuchteter hoher Raum mit abgeschabtem grünem Filzboden, streng nach Alter separierten Regalreihen für die Nicht-Erwachsenen, über den stets stoische Frauen mit Brille (meist an einer Goldkette) wachten. Die Stille wurde nur, aber umso nachhaltiger, durch das laute Krachen des Stempels unterbrochen, mit dem auf die letzte Buchseite das Rückgabedatum unwiderruflich eingestanzt wurde.
Hätte ich damals geahnt, was sich rund um die Buch-Regalreihen alles noch so ereignen kann, ich wäre wahrscheinlich nicht nur wegen der riesigen Auswahl an zerlesenen Enid Blyton-Büchern mindestens einmal in der Woche vor Ort gewesen.

Wie man eigentlich verpatzte Vorlesestunden mit äußerst lebenspraktischem Einsatz doch noch zu einem triumphalen Ende führt, was es mit schriftlich verfassten Dienstlichen Keksanweisungen in Zeiten von Online-Katalogen und Volltextrecherche auf sich hat – Claudia Elsner-Overberg hat darauf die Antwort und beweist: Das Leben einer Bibliotheksdirektorin ist alles andere als eintöniges Bücherstempeln und Regale sortieren…


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