Markante Zeichen

Markante Zeichen
© ckaroli

Während man manche Bücher in einem Rutsch durchliest, knabbert man an anderen Exemplaren zuweilen mehrere Monate herum. Und hier kommen sie zum Zug: Die Lesezeichen. Denn nicht jeder ist ein begeisterter "Buchseiten-Ecken-Umknicker", "Schutzumschlag-Einstecker" oder "Buchrücken-Durchdrücker".

Während ich zu Schulzeiten noch ziemlich scheußliche Lesezeichen-Exemplare mit aufgeklebten Sternchen und geflochtenen Kordeln aus Wollresten in bester (und farbgestörter) Prilblumen-Harmonie hergestellt habe, gibt es im Kassenbereich selbst der kleinsten Buchhandlung mittlerweile eine ansehnliche Comic-Tiergalerie, deren einzige Bestimmung es ist, die einmal erarbeitete Lesestelle innerhalb des buchs für einen späteren Zeitpunkt zu konservieren.

Wer jedoch nach einer anderen Variante sucht, der wird vielleicht hier fündig: Book Hook stellt die bisherige Lesezeichen-Welt im besten Sinne des Wortes auf den Kopf. Gefunden auf Bibliomanie.

Natürlich dienen als Lesezeichen auch viele Alltagsgegenstände, die einfach in Griffnähe zum Buch und Lesenden platziert sind: Vom Notizzettel über Flugtickets, Geldscheine oder auch Blumen und Blätter. Die Online-Plattform Abebooks hat deshalb kürzlich englischsprachige und deutsche Händler aufgefordert, von ausgefallenen Lesezeichen-Fundstücken in Büchern zu berichten. Darauf bin ich schon sehr gespannt.

Mein Großvater, von dem ich eine ganze Menge Bücher geerbt habe, war übrigens ein begeisterter Zeitungsartikel-Einstecker. Kaum ein Buch, in dem ich nicht über ein angejahrtes, historisches Zeitungs-Schnipselchen stolpere. In einem Baedeker habe ich einen anderen Fund gemacht. Der Großvater, viel auf Reisen, hatte beim Verlag angefragt, ob schon ein neues Exemplar einer Baedeker-Ausgabe verfügbar sei. Die Antwort des Verlags, eine Postkarte, hat er gleich als Lesezeichen weiterverwertet und die ist von niemandem geringerem mit einem Unterschriften-Stempel versehen als von Herrn Baedeker höchstpersönlich.


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