
Was darf Literatur? Was kann Literatur? Was soll Literatur? Den Bereich zwischen fiktion und Tatsache, zwischen Freiheit der Kunst und moralischen Grundsätzen kann man mit Fug und Recht als ein Spannungsfeld bezeichnen.
In der Süddeutschen Zeitung findet sich derzeit ein interessanter Artikel über den literarischen Umgang mit Tatsachen. So lesen wir:
Was darf, was kann Literatur in Zeiten, in denen die historische Erzählung und der Reportageroman die Bestsellerlisten erobern? Wie weit kann sie bei Tatsachenbeschreibungen gehen, ohne voyeuristisch zu sein, was darf sie erfinden ohne zu lügen? Fragen, die sich in Deutschland gerade erst anlässlich der Debatte um Jonathan Littells "Die Wohlgesinnten" gestellt haben, werden zur Zeit auch in Italien aufgeworfen.
Die Fragestellungen sind dabei durchaus komplex. Tut man real existierenden Personen Unrecht, wenn man sie verfremdet und verfälscht darstellt? Oder ist es die Freiheit, ja vielleicht die Aufgabe eines Schriftstellers, reale Geschehnisse künstlerisch zu brechen und neu zu formulieren?
Vermutlich werden wir nie eine erschöpfende Antwort finden, was wiederum den Vorteil hat, dass zahlreiche verkaufsfördernde Skandale entstehen können…. auf wessen Kosten muss dann jeder selbst entscheiden.