
Am 13. Dezember 2008, dem 211. Geburtstag Heinrich Heines, soll der neue Literaturpreisträger der Stadt Düsseldorf gekürt werden: Der israelische Schriftsteller Amos Oz erhält dann den mit 50.000 Euro dotierten Heine-Preis.
"Amos Oz vereint literarische Kreativität, politische Sensibilität und humanistisches Engagement in einer Weise, die an Heinrich Heine erinnert. Die Jury würdigt nicht nur sein literarisches Werk, sondern auch die mutige Klarheit und Entschlossenheit, mit der er zwischen Israelis und Palästinensern Brücken zu bauen versucht", begründete die Jury am vergangenen Samstag ihre Entscheidung.
Amos Oz, geboren 1939 in Jerusalem, ist einer der wichtigsten israelischen Schriftsteller. 1965 erschien sein erster Erzählband "Länder des Schakals", 1966 folgte der erste Roman "Keiner bleibt allein". Der Durchbruch gelang Oz zwei Jahre später mit "Mein Michael". Mittelpunkt seiner Erzählungen und Romane sind eindringliche Innenansichten der israelischen Gesellschaft – damit begleiten nicht selten kontroverse Diskussionen die Neuerscheinungen von Amos Oz in Israel. Dem Autor wurde 1992 der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen.
Mit dem Heine-Preis werden seit 1972 Persönlichkeiten ausgezeichnet, "die durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte des Menschen, für die sich Heinrich Heine eingesetzt hat, den sozialen und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten". Der Preis gehört zu den drei höchstdotierten Literaturpreisen (neben dem Goethe-Preis der Stadt Frankfurt und dem Joseph-breitenbach-Preis der Stadt Mainz) im deutschsprachigen Raum. Der erste Preisträger war Carl Zuckmayer, 2004 wurde Robert Gernhardt ausgezeichnet. Der Heine-Preis wurde zunächst alle drei Jahre und seit 1981 im Zwei-Jahres-Turnus verliehen. Vor zwei Jahren erkannte die Jury dem österreichischen Schriftsteller Peter Handke den Preis zu, der Stadtrat Düsseldorfs intervenierte jedoch gegen diese Entscheidung, in letzter Konsequenz verzichtete Handke auf die Annahme der Auszeichnung. Um die 13-köpfige Jury zukünftig in ihrem Votum zu stärken, wurde nun die Satzung geändert, darin heißt es jetzt:
"Die Jury trifft ihre Entscheidung unabhängig und endgültig. Das Verfahren ist nicht öffentlich, der Rechtsweg ausgeschlossen."