
War einmal ein Bumerang;
War ein Weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum – noch stundenlang –
Wartete auf Bumerang.
Am 7. August 1883, vor genau 125 Jahren, wurde Hans Bötticher alias joachim Ringelnatz in Wurzen bei Leipzig geboren. Seinen Künstlernamen entlieh sich der Kabarettist, Maler und Dichter vermutlich vom glücksbringenden Seepferdchen (in der Seemannssprache: Ringelnass). Aber so genau wollte sich Ringelnatz selbst nicht festlegen. "Es sei ihm einfach so eingefallen", sagte er.
Ab 1919 veröffentlicht er unter diesem Pseudonym sowohl als Dichter als auch als Maler seine Werke. Berlin, Zürich, Wien oder Prag: Mit dem Vortrag seiner Gedichte verdient er sich in den 20er Jahren seinen Lebensunterhalt und tritt in allen größeren Städten auf. Anfang 1930 flüchtet Ringelnatz aus München, "der Hauptstadt der braunen Bewegung", nach Berlin. Seine Bücher werden verbrannt und damit entschwindet auch gleichzeitig aus dem Bewusstsein die "ernsthafte Seite" des Künstlers, die eigentlich einen Großteil seines Werks ausmacht. In Berlin stirbt Ringelnatz am 17. November 1934 an Tuberkulose, völlig verarmt, aufgrund des von den Nationalsozialisten verhängten Auftrittsverbots. Beerdigt wird der Künstler, so hatte er noch zu Lebzeiten verfügt, zu den Klängen von "La Paloma".
Joachim Ringelnatz schrieb zwischen 1910 und 1934 fast 20 Bücher: Gedichtbände, zwei Autobiographien, Romane, Bühnenstücke und (seine gar nicht immer netten) Kinderbücher.
Eine Übersicht über neue Ringelnatz-Bücher findet sich hier
Texte und Gedichte liest man hier
Ringelnatz zum Hören gibt es hier
und Ringelnatz der Maler