
Für die meisten Deutschen ist es ohnehin klar: Die alte SPD ist im Eimer, und Leute wie helmut schmidt wachsen einfach nicht mehr nach. Oder sollte es so sein, dass die Politiker, die ihren Kopf zum Nachdenken benutzen dürfen, erst einmal aufs Altenteil kommen müssten?
Gerade haben zwei sehr unterschiedliche "Dinosaurier" der Sozialdemokratie damit begeistert, der angeschlagenen SPD wieder Mut zu machen: Hans-Jochen Vogel und Erhard Eppler – das hat die Partei bitter nötig in diesen Zeiten. Der Anlass war Erhard Epplers neuem Buch: "Eine Partei für das zweite Jahrzehnt: die SPD?" Das Fragezeichen ist angebracht, die Skepsis durchaus Kalkül.
Typisch an den älteren Autoren ist ja dies: Ihre Lebenserfahrung spricht gegen dumme Sprüche – in jeder Hinsicht. Eine Krise darf nicht herbeigeredet werden – aber sie kann auch nicht weggeredet werden. Sie ist eben da – und das ist eine Herausforderung. Punkt. Sie konterkarieren damit das tägliche Lamento, das allabendlich mit schief gehaltenem Kopf im deutschen Fernsehen verbreitet wird: Ach, seht, wie schlimm, die Krise.
Erhard Eppler steht in der SPD vor allem für die moralische Kraft im Hintergrund, und er empfiehlt seinen Genossen – wie auch der Bevölkerung – mehr Selbstvertrauen. Wenn er mit etwas unzweifelhaft recht hat, dann damit.
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