
Die Liebe ist wieder wichtig geworden – das glauben nicht nur die vielen Online-Dating Dienste, sondern offenbar auch einige Autoren, die sich schnell an den Trend anhängen wollen.
Begonnen hat es mit dem Bestseller "Liebe ein unordentliches Gefühl". Doch was folgt nun? "Und die Liebe hat doch recht?", "Liebe – ein ordentlich starkes Gefühl?" Oder der Folgeband: "Wie man wahlweise Ordnung oder Chaos in die Liebe bringt?"
Alles falsch – es ist ein Schauerstück, das den Titel "Das Ende der Liebe" trägt. Der Autor Sven Hillenkamp muss wohl recherchiert haben, um das Buch schreiben zu können, und dabei müssen ihm Menschen wohl tiefe Einblicke in die Abgründe ihrer Gefühlswelt gegeben haben. Oder sollte alles nur ein Machwerk sein, um schnell zu Ruhm und Ehe zu kommen, bevor die Liebeswellen wieder im Meer versinken?
Das Leiden der modernen Menschen besteht laut Hillenkamp darin, dass die angeblich "unendliche" Freiheit uns dahin geführt hat, mit nichts und niemandem mehr wirklich zufrieden zu sein, wohl so, wie es einem Menschen geht, der die Speisekarte zweimal links und dreimal quer liest und schließlich sagt: "Ach, wissen Sie, so recht kann ich mich nicht entscheiden".
Das Buch ist gegenwärtig in aller Munde – vor allem in Frauenmündern, die wohl ihre Freude daran haben mögen, den Verfall der Liebe zu beweinen, und den Federn der unsäglichen Redakteurinnen von Frauenzeitschriften, die täglich danach lechzen, doch noch einen Blutstropfen der Liebe vorzufinden, den sie noch nicht abgesaugt haben.
Mag es nun einen wahren Kern enthalten oder nicht – dieses Buch ist einfach überflüssig, wie so viele Bücher der heutigen Zeit, die den Verfall der Liebe prophezeien. Noch ein paar Tage, ein paar Nächte oder ein Frühling weiter – dann wir es kein Mensch mehr wollen, dieses Buch. Die Liebe ist am Ende wichtiger als das "Ende der Liebe".