Der Internationale Tag des Übersetzens

Der Internationale Tag des Übersetzens
© ReefRaff

… ist heute, 30. September – und geht auch hierzulande ziemlich lautlos über die Bühne.

"Der Tag des Übersetzens, Ende der Neunzigerjahre von den deutschen Standesvertretungen der Übersetzer ins Leben gerufen, bezieht sich auf des Heiligen Hieronymus Tod anno 419. Dieser, der einst das Alte Testament aus dem Hebräischen ins gesprochene Latein übertrug, gilt als Schutzheiliger der Übersetzer. Dass ausgerechnet sein Todesdatum gewählt wurde, ist fast schon zu symbolisch für die sich seit Jahren hinziehenden semi-letalen Streitigkeiten zwischen Buchverlagen und dem Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke über eine angemessene, übersetzt: bessere Honorierung der Leistungen professioneller Sprachtransporteure." Quelle: WELT

Denn am 22. September wurde bekannt, dass die Mitgliederversammlung des VdÜ (der 1954 gegründete Berufsverband deutschsprachiger Literaturübersetzer) den zwischen einer VdÜ-Verhandlungskommission und Randhom House ausgehandelten Kompromiss eines neuen Vergütungsmodells abgelehnt hat.
Dies kam nicht weiter überraschend, bezogen doch bereits, im Juni, kurz nach Bekanntgabe des Verhandlungsergebnisses 100 Literaturübersetzer in einem offenen Brief gegen den Kompromiss Stellung – dem sechs Jahre Verhandlung vorausgegangen waren . Zur Chronologie der auseinandersetzung s. auch hier

An der Abstimmung nahmen laut Buchmarkt rund 150 der derzeit 1250 Mitglieder des VdÜ teil.

"Nach Angaben des Verbands [der VdÜ] haben über zwei Drittel der Teilnehmer dagegen votiert, da sie in dem Vorschlag das neue Urhebervertragsrecht von 2002 nicht ausreichend umgesetzt sehen – die Seitenhonorare drohten nach dem neuen Modell sogar hinter den Status Quo zurückzufallen. Als Reaktion auf die Wahl-Schlappe trat der Vorstand nicht wieder zur Wahl an." Quelle: Buchreport

"Auf Seite der Verlage bleibt, so etwa Dr. Joerg Pfuhl "[Vorsitzender Geschäftsführr Random House] eine große Enttäuschung" und die Befürchtung, dass nun doch die Richter entscheiden werden, auch wenn das der neue Vorsitzende im Interview das verneint. Denn Pfuhl; "Wo Herr Schmidt-Henkel [neuer Vorsitzender des VdÜ] den weiteren Verhandlungsspielraum sieht, ist mir ein Rätsel. Schon den jetzt abgelehnten Entwurf haben zahlreiche Verlage nicht mitgetragen." Quelle: Buchmarkt


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