Wann immer wir wissenschaftliche Werke aus den Bereichen Kommunikation, Kybernetik, Psychologie und Soziologie aufschlagen, werden wir mit einem Vokabular konfrontiert, das nicht von dieser Welt zu sein scheint. Auf die Frage, warum man so schreiben würde, antworten die meisten Autoren: "Weil es sich anders nicht ausdrücken lässt". Man brauche die besonderen Termini, die verschlungenen Ausdrucksweisen, die Bandwurmsätze.
Wer tiefer in die Materie einsteigt, weiß, dass sich hinter der Ausdrucksweise eher verbirgt, in Wahrheit kaum etwas zu wissen, sondern die aufgeblähte Sprache zur Tarnung des Unwissens und des eigenen Unvermögens zu nutzen. Die ganz gewöhnliche Wirklichkeit muss nämlich zunächst in eine geistige Welt hineingepresst werden, die mit sprachlichen Ausnahmekonstruktionen arbeitet – und von dort wird sie dann mit anderen Worten wieder so erklärt, dass sie nicht mehr in die reale Welt passt. Ja, am Ende erkennt der Mensch, der in dieser Welt lebt, gar nicht mehr, dass er vielleicht gemeint sein könnte – und die Botschaft, die nun vielleicht doch noch in den Sätzen enthalten sein könnte, verpufft im Gelächter des Alltags.
Warum, so frage ich, können unsere wissenschaftlichen Autoren nicht so schreiben, dass es jeder Abiturient versteht und sprachlich annehmen kann? Die Amerikaner können es. Paul Watzlawick, Ã-sterreicher von Geburt und in Amerika lehrend, konnte es auch. Doch was müssen wir tun, damit unsere Sozilogen und Psychologen, Kybernetiker und andere Berufsgruppen es auch können? Vielleicht sollten wir ihnen Nachhilfeunterricht geben, bevor wir ihre Werke allesamt aus dem Expertenchinesisch ins Deutsche zurückübersetzen müssen.