
Bücher für junge Leute sollten eigentlich aus der Sicht junger Leute gschrieben werden – und diesem Prinzip folgt das Buch "Frühling oder so" der 18-jährigen Autorin Rebecca Martin. Es ist interessant zu erfahren, wie das Buch entstanden ist – teils autobiografisch, teils aber eben auch als Erzählung, mit Charakteren, die sich in ihm verselbstständigen – offenbar auch zur Überraschung der jugendlichen Autorin.
In "Frühling oder so" beschreibt sie ein ganz normales, etwas hektisches und gelegentlich ein wenig frivoles Liebesleben einer intelligenten jungen Frau. Die meisten Eltern werden sich die Augen reiben, wenn sie es lesen würden – und sich sorgenvoll überlegen, ob denn aus dem derart verdorbenen Töchterlein noch etwas Gescheites werden wird – so, wie es ihren Eltern und deren Eltern auch schon ging.
Ich zitiere einmal aus einer amazon-Kritik: "Sie gibt meines Erachtens die Stimmung vieler heutiger Jugendlicher (sehr gut wieder), … die irgendwo angesiedelt ist zwischen Überfluss und schwindenden bzw. fehlenden Perspektiven." Wie schön – nur hätte man dergleichen auch für die Nachkriegsgeneration schreiben können und für jede andere Generation, die ich kenne. Machen wir uns nichts vor: Leben lernen ist ein harter Job, und wer sehr viel vom Leben lernen will, für den ist es immer noch etwas härter als für die anderen.
Insofern: Einfach lesen und als Zeitdokument hinnehmen.
• Taschenbuch: 256 Seiten, Verlag: Anais ISBN-13: 978-3896025470 – gesehen bei Amazon.