Amazons „Kindle" ab Herbst in Deutschland?

Amazons „Kindle
© John Pastor

Laut FAZ kursiere dieses Gerücht in der Verlagsszene. Amazon hält sich (nicht nur) mit diesen Auskünften zu seinem Lesegerät für elektronische Bücher äußerst bedeckt.

Genaue Absatzzahlen für "Kindle", bisher nur in den USA erhältlich, werden nach wie vor nicht genannt. Geschätzt werden etwa 240.000. Der Einzelpreis liegt derzeit bei knapp 360 Dollar. Die Lieferzeiten für das Gerät gibt man ebenfalls nicht preis. Nur so viel: "Man sei von der Nachfrage überrascht" und "Die Knappheit sei kein Marketing-Trick" versicherte Kindle-Produktmanager Jay Marine im Juni in brand eins.

Die Anzahl der per Download (ausschließlich via Amazon) verfügbaren Bücher hat sich seit dem Start von 90.000 auf 140.000 erhöht. Zusätzlich gibt es noch Blogs oder Zeitungen, die, drahtlos, nur ein spezielles Funkmodem ist notwendig, via "Kindle" konsumiert werden können. 200 eBooks sollen auf Amazons Lesegerät Platz finden. Wobei sich keine Daten von "Kindle" zu "Kindle" übertragen oder auf dem Gerät speichern lassen, dies erfolgt auf dem Amazon-Zentralrechner.

Konkurrent des "Kindle" ist der "E-Book-Reader" von Sony. Beide Geräte nutzen die von E Ink entwickelte elektronische Tinte. Der unangenehme Spiegeleffekt bei Sonneneinstrahlung entfällt damit. Zusätzlich "zu herkömmlichen Displays oder Monitoren verbraucht elektronische Tinte für die Anzeige keinen Strom, so dass nur beim Neuzeichnen von Seiten Strom benötigt wird, wenn man etwa in einem E-Book blättert." (Quelle: golem.de) Standen für den Sony-Reader bisher 45.000 Bücher in den Sony-Stores bereit, wurde im Juli der Markt auch für Drittanbieter geöffnet, so dass ab sofort mit diesem (ebenfalls ausschließlich in den USA erhältlichem Gerät) auch bei anderen Websites oder Buchhandlungen eingekauft werden kann.

eBooks kosten in den USA 10 Dollar. In Deutschland bietet Droemer Knaur seit Juni eine Auswahl seines Buchsortiments als eBook an, die Preise liegen hier zwischen 4 und 20 Euro. Elektronische Titel unterliegen nicht der Buchpreisbindung

Wenn "Kindle" nun (früher oder später) auch auf dem deutschen Markt verfügbar sein wird: Ist damit das gedruckte Buch zwangsläufig ein Auslaufmodell?
KiWi-Verleger Helge Malchow, vom Magazin BuchMarkt befragt, schätzt dies folgendermaßen ein:

"Dass wir uns nach 500 Jahren in einer Revolution befinden, was das Datenträgersystem Buch betrifft, das ist mittlerweile unbestreitbar. Der Einschnitt, den wir gerade durchleben, ist genauso dramatisch wie die Erfindung der Buchdruckerkunst."

Jedoch:
"Aber ich glaube nicht, dass das Buch als Objekt in seiner traditionellen Form verschwinden wird, die neuen Technologien werden ein Ergänzungsmedium sein."

Die Lektoren bei KiWi haben "Kindle" bereits als äußerst komfortable Alternative zu dicken Manuskriptbergen schätzen gelernt und arbeiten seither nur noch digital. Das Marktvolumen für eBooks, so prognostiziert Malchow, wird sich in den nächsten Jahren auf fünf bis zehn Prozent belaufen. Vordringlich sei es nun, Urheberrechtsfragen gesetzlich eindeutig zu regeln.
Das gesamte Interview ist hier zu finden

Eine Übersicht der Anbieter von eBooks hat das Abendblatt zusammengestellt


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