Alexander Solschenizyn 1918 - 2008
abgelegt im Archiv Autoren & Verlage am 04.08.08

© Carlos M Gonzalez
Am Sonntagabend starb Literaturnobelpreisträger alexander Issajewitsch Solschenizyn 89jährig in seinem Haus in der Nähe Moskaus. Der Autor des dreibändigen literarisch-dokumentarischen Werks "Archipel Gulag" ((1973 -1976) war der bekannteste Regimekritiker zu Sowjetzeiten und einer der bedeutendsten Schriftsteller Russlands. 1970 wurde ihm der Literaturnobelpreis verliehen.
Archipel Gulag sei 'all jenen gewidmet, die nicht genug Leben hatten, dies zu erzählen', schrieb Solschenizyn über den 'Versuch einer künstlerischen Bewältigung' des Lager-Systems. In Tausenden von Beispielen schildert er minuziös den sowjetischen Terror: Verhaftungen, Verhör- und Foltermethoden, die Zwangsarbeit, das Überleben oder millionenfache Sterben in Stalins Straflagern." Quelle: Kleine Zeitung
Nachdem Solschenizyn sich einer Gruppe Bürgerrechtler angeschlossen hatte, wurde er 1974 verhaftet und ausgebürgert. Über Stationen in Westdeutschland und der Schweiz zog er schließlich mit seiner Familie in die USA nach Vermont.
"Im Westen hatte Solschenizyn in den Folgejahren die Rolle des Mahners, Moralisten und Propheten, der in Vorträgen und Interviews immer wieder eindringlich vor zu großen Zugeständnissen an die Sowjetunion warnte. Sein moralischer Rigorismus, mit dem er auch die westlichen Demokratien kritisch bewertete, fand gleichermaßen Anklang und Ablehnung." Quelle: NGZ
Nach seiner Rehabilitierung kehrte Alexander Solschenizyn Mitte der 90er Jahre wieder nach Russland zurück.
"Bis zuletzt war Alexander Solschenizyn in Russland umstritten. Für die einen ist Solschenizyn ein Titan der russischen Literatur und eine moralische Instanz, ein Lew Tolstoi der Gegenwart. Vor allem für die junge Generation, war er ein Fossil aus der Stalin-Chruschtschow-Breschnjew-Ära. Für die dritten war Solschenizyn ein erzkonservativer Slawophile, der sich aus ihrer Sicht den Ruf eines Antisemiten erworben hatte und bei weitem nicht so integer war, wie er sich in seinen Büchern gerne darstellte."
Quelle: Liisas Litblog

© Carlos M Gonzalez
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Tags: Alexander Solschenizyn Archipel Gulag Literaturnobelpreisträger
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