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„FAIRlag" gesucht?

abgelegt im Archiv Bücher schreiben am 26.06.08

„FAIRlag" gesucht?
© j / f / photos
Fair erscheint das erst einmal nicht:
Da hat man mühevoll in monate- oder sogar jahrelanger Arbeit an seinem Manuskript gefeilt, in zahlreiche Schreibratgeber und unterstützende Kurse investiert und dann ist es schließlich fertig: Der erste eigene Roman, ein hoffnungsfroher Papierstapel mit xx-Seiten-Umfang, getränkt mit xx-Millilitern Herzblut. Spätestens jetzt werden frohgemut die ersten Verlage kontaktiert. Von manchen hört man gar nichts, andere wiederum schicken nach endlos erscheinenden Wartezeiten eine nichts sagend klingende Absage. Der nächste Anlauf wird gestartet. Nun setzt man vielleicht auf kleinere Verlagshäuser, wieder langes Warten, an deren Ende sich einige negative Bescheide mehr auf dem Schreibtisch stapeln. Je öfter sich dieses zermürbende Spiel wiederholt, desto verlockender klingen da die Inserate, in denen sogenannte Zuschussverlagen offensiv nach Autoren suchen. Denn dort wird genau das garantiert, was man sich so dringend wünscht: Aus dem Manuskript wird ein Buch.



Und wenig fair kann es dann weitergehen
... wenn man sich für diesen Weg zum gedruckten Buch entscheidet. Denn viele dieser Verlage bitten den Autor erst einmal kräftig zur Kasse, einige Tausend Euro sind keine Seltenheit und beinhalten nur die Basisleistungen von Layout und Druck. Für Lektoratsleistungen oder auch "professionelle" Vermarktung und Pressearbeit wird nochmals gesondert abgerechnet. Aber das ist ja kein Problem, soll sich doch das investierte Geld ja wieder amortisieren, wenn die Buchverkäufe erst so richtig losgehen, rechnen die Anbieter vor. Erweist sich diese Prophezeiung als falsch und wartet man darüber hinaus sogar noch vergeblich auf die bezahlten professionellen Marketingtools, bleibt man auf den gesamten Kosten sitzen, ohne ein einziges Buch an den Mann oder die Frau gebracht zu haben.

Damit man als Autor nicht in die Falle bei den schwarzen Schafen unter den Zuschuss- oder Selbstkosten-Verlage tappt, wurde das Aktionsbündnis für faire Verlage ins Leben gerufen. Hier haben sich 22 Autorenverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer gemeinsamen Initiative für mehr Fairness im Verlagsbetrieb zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie auf diesem Weg Missstände im Verlagswesen aufzeigen. Eine feine Sache, ist diese Website doch auch Fundgrube für gute Tipps, welche Verlags-Typen und -Tücken dem Autor auflauern können und was einen guten Verlag auszeichnet.

Außerdem: Eine andere Website, der Autorenschrittmacher, informiert regelmäßig über die Praktiken solcher Pseudoverlage und liefert darüber hinaus viele nützliche Ratschläge zur Manuskriptvermarktung. Und das kostenlos und professionell.

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Tags: Zuschussverlage  Selbstkostenverlag  Aktionsbündnis  Faire  Verlage 

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